The unbreakable warrior (by Samtpfote)

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The unbreakable warrior (by Samtpfote)

Beitrag  Dunkelstern am Fr Jan 17, 2014 7:42 am

 In einem Clan wird ein Kater geboren, der am ganzen körper narben hat! niemand kann sich das erklären und bald 
kommt eine unheimliche stimmung auf. der kater hat nämlich keine gefühle und niemand kann ihn brechen.

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Man stirbt erst dann wenn man vergessen wird...
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PROLOG

Beitrag  Samtpfote am Fr Jan 17, 2014 7:45 am

Der Kater schlich durch das Unterholz. Seine blau schimmernden Pfoten hoben sich von seinem schwarzen pelz ab. Ein Ast knackte und er sprang los. Die Pfoten lang nach vorne gestreckt, landete er auf der Lichtung. Er stellte sein Rückenfell auf und begann spielerisch zu knurren: „Ich bin ein böser Bandit und komme um euch zu holen!“
Die Lichtung blieb still und er sah sich verwundert um. Irgendwas war hier faul. Die Lichtung war sonst belebt von jungen, die über das Moos tollten, aber heute war alles still.
Er nahm einen unnatürlichen Geruch war, einen Geruch der eigentlich nur am anderen Ende des Waldes vorkam. Bei den Gräbern!
Der Kater wurde leicht unruhig und sah sich weiter um: an manchen Stellen war Moos aus dem boden gerissen, an anderen hing Fell in den Büschen am Rand.
Er schnupperte erneut: der Verwesungsgeruch war frisch, aber ein anderer Geruch war auch zu bemerken. Er war schal, aber eindeutig: er stammte von den Banditen! Sie hatten die Kinderstube gefunden. Sie war eigentlich sehr versteckt, aber nicht gesichert.
Er setzte sich wieder in Bewegung und umrundete die Büsche. Dort erstarrte er, als er die ausgebluteten Leichen der drei Königinnen sah. Ihre Augen waren wie vor Schreck und schmerz weit aufgerissen.
Er sah sich nach den jungen um, sah aber keins.
Er lauschte: der Bach war, weit entfernt, zu hören und die Krieger, die beim Jagen leise durch das Unterholz schlichen, auch. Sonst war alles still.
„Wurzelmaus, Graukralle, Weißbart, kommt mal schnell!“, rief er dann.
Er lauschte kurz, dann kamen schritte schnell auf ihn zu und wenig später preschte ein grauer Kater aus dem Unterholz. Er blieb vor dem anderen stehen und sah sich dann nach seinen Begleitern um. Als diese zum Vorschein kamen, drehte sich Graukralle wieder zu dem Kater und erstarrte: „was ist mit den Königinnen passiert?“
„ich weiß es nicht, Graukralle!“, sagte der Kater. „ich habe sie gefunden.“
Die anderen beiden starrten weiter an ihm vorbei zu den Leichen. „du hast sie also so gefunden und wirklich nichts damit zu tun?“
Der Kater schüttelte den Kopf.
„dann sollten wir jetzt Borkenstern holen!“, sagte er und drehte sich zu seinen Krieger, dann zurück zu dem Kater: „Du wartest hier!“
Der Kater nickte, sah den anderen nach, wie sie weg gingen, und legte sich dann hin. Die Sonne zog ihre Kreise und der Kater wurde schläfrig, dann nickte er ein.

Er Stand auf einer großen Lichtung, der der Kinderstubenlichtung nicht unähnlich, aber er war nicht allein: eine weiße Kätzin stand vor ihm und sah ihn an. Dann sagte sie: „neue Jungen werden schon bald kommen und den Clan wieder stark machen, keine sorge mein Lieber!“
Sie kam auf den Kater zu und schmiegte sich an ihn. Beide begannen zu Schnurren, dann sagte er: „danke Schneeflocke, dass du mir das sagst! Ich werde auf sie aufpassen und ihnen wird nichts geschehen, obwohl es nicht unsere sind!“
„Mach das, Blaukralle!“ Dann löste sie sich wieder in Luft auf und der Traum verschwand wieder.

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KAPITEL1

Beitrag  Samtpfote am Sa Jan 18, 2014 10:28 am

„das kann nicht sein!“, schrie die gestreifte Königin und starrte dabei auf das junge das vor ihr lag. „das kann nicht mein Junges sein, niemals!“
Die andere Kätzin im Bau sah das junge an, dann die Königin und sagte: „Ich kann mir das auch nicht erklären, Streifenkralle!“
„Es ist eine Teufelsbrut! Es kann nicht vom SternenClan geschickt worden sein!“, schrie Streifenkralle panisch und rutschte vorsichtig von dem Jungen weg, dann zog sie die anderen beiden mit dem Schwanz an sich.
Die Heilerin sah sie an, dann das junge und wieder zurück. „willst du es jetzt sterben lassen?“
Streifenkralle nickte. „Ja Flockenschweif! Es geht nicht anders! Ich kann dieses junge weder annehmen noch säugen!“
Flockenschweif schüttelte den Kopf. „du kannst dieses Junge doch nicht sterben lassen, nur weil es nicht so aussieht wie du es gerne hättest!“, sagte sie dann nach kurzem Überlegen.
„ich will dieses junge aber nicht! Es ist gruselig! Ich will nicht, dass es meins ist!“, schrie Streifenkralle und rutschte noch ein Stück weg.
Flockenschweif sah sie an. „aber es ist doch dein junges!“, sagte sie.
Streifenkralle schaute panisch um sich. „es wird meine anderen beiden jungen auch noch anstecken!“, rief sie. „dann werden sie alles so aussehen, das würde ich nicht verkraften!“
„es ist gar nicht sicher, dass das junge eine Krankheit hat.“, sagte Flockenschweif ruhig und ging zu ihm.
„entfern dich lieber von ihm, sonst steckt es dich noch an!“, schrie Streifenkralle panisch.
Flockenschweif schüttelte den Kopf und beugte sich zu dem kleinen schwarzen Bündel runter.
„was ist denn hier los?“
Flockenschweif drehte sich um und sah, dass Blaukralle seinen Kopf gestreckt hatte.
„sind das die neuen Jungen?“, fragte er und deutete mit der schwanzspitze auf die beiden Jungen die bei Streifenkralle lagen. „die beiden sind aber süß!“
„es sind sogar drei!“, sagte Flockenschweif und trat beiseite.
Blaukralle riss die Augen auf. „da haben du und Donnerschlag ja richtig Glück gehabt!“, rief er erfreut. „das heißt ja sogar drei neue Jungen für den WaldClan! Und das nach dem Überfall der Banditen!“
„Glück? Glück?“ schrie Streifenkralle verwundert. „der Kater da!“, sie zeigte mit der schwanzspitze auf das Bündel vor Flockenschweif, „ist Teufelsbrut! Ich will ihn nicht haben, nicht mehr sehen! Bringt ihn am besten direkt um!“
„Nein Streifenkralle, das werden wir nicht tun, wie oft sollen wir dir das noch sagen?! Er ist ein Junges, dein Junges, und er kann nichts dafür wie er aussieht!“, fauchte Flockenschweif und Streifenkralle zuckte zusammen.
„Schaut mal!“, sagte Blaukralle und Flockenschweif zuckte zusammen. Sie hatte ihn völlig vergessen. „er öffnet die Augen!“
Alle drehten sich zu dem kleinen Kater um und sahen ihn an. Seine Augenlider bewegten sich leicht, dann schlug er die Augen auf und alle schreckten zurück.
Streifenkralle rückte mit den anderen beiden jungen noch ein Stück weg und schrie dabei panisch: „bringt es hier raus und am besten direkt um!“
Flockenschweif sah in die rot leuchtenden Augen des kleinen und dann rüber zu Blaukralle. Dieser sah das kleine junge entzückt, aber mit leichter Angst in den Augen, an.
„Bringt es hier raus!“, schrie Streifenkralle erneut, diesmal aber lauter.
„ich kann es mitnehmen!“, sagte Blaukralle dann zu Flockenschweifs Verwunderung. „Erdbeerblume bekommt doch bald ihre Jungen, dann könnten wir doch das Junge zu ihr bringen. Sie wird es bestimmt für Streifenkralle säugen!“
Flockenschweif nickte. „wir sollten sie fragen und sie sollte sich das junge vorher besser ansehen!“, damit drehte sie sich um und verließ den Bau.

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KAPITEL 2

Beitrag  Samtpfote am So Jan 19, 2014 3:28 am

Blaukralle sah das junge lange an, dann sah er mit Wut in den Augen zu Streifenkralle rüber. „es ist dein Junges! Wieso willst du es nicht haben?“, schrie er sie an. „es ist doch was Besonderes! Es ist gesund und munter und du willst es nur nicht weil es nicht so aussieht wie du es gerne hättest? Du hast es nicht verdient eine Mutter zu sein!“
Streifenkralle zuckte sichtlich zusammen und begann zu stottern: „es…es…es ist gruselig! Sieh dir doch die Narben an! Es ist grad geboren und schon hat es gaben! Das kann doch nichts vom SternenClan sein! Es wurde vom Teufel geschickt! Es ist Teufelsbrut! Bringt es um oder zu einem anderen Clan! Setzt es an der Grenze aus! Bringt es zu einem Fuchs oder einem Dachs, der wird es dann umbrin…“
Weiter kam sie nicht denn Blaukralle stürzte vor und stieß sie um, wohl bedacht die anderen beiden jungen nicht zu berühren. Er legte ihr die Krallen an die Kehle und zischte: „wir werden dem jungen nichts antun! Es ist keine Teufelsbrut, es ist was Besonderes und wenn du das nicht kapieren willst, kann ich dir auch deine anderen jungen nehmen! Du hast sie nicht verdient wenn du eins von ihnen umbringen willst, weil es nicht deinen Erwartungen entspricht!“ damit entfernte er sich wieder von ihr und setzte sich wieder zu dem kleinen schwarzen Bündel. „keine sorge kleiner, dir wird nichts passieren!“
„Narbenjunges!“
„was bitte?“ Blaukralle drehte sich zu Streifenkralle.
„sein Name ist Narbenjunges!“, sagte sie mit uninteressierter stimme. „und das sind Himbeerjunges und Grünjunges.“ Streifenkralle zeigte erst auf das leicht rosa schimmernde junge, dann auf das braune.
Blaukralle bemerkte jetzterst, dass sie auch die Augen geöffnet hatten. Das braune, das von Streifenkralle liebevoll Grünjunges genannte wurde, hatte leuchtend grüne Augen, die Blaukralle schadenfroh anblinzelten. Dann drehte es den Kopf weg und begann, wie seine Schwester, zu trinken.
„Blaukralle? Seid ihr hier?“, rief eine Stimme von draußen und Blaukralle drehte den Kopf von den jungen weg zum Eingang.
„ja Erdbeerblume, komm rein!“, rief er dann und sah zu, wie die Königin schwerfällig durch den Eingang kam. Ihr angeschwollener bauch ging dabei von einer Seite zur anderen.
Als sie drinnen war setzte sie sich und sah von Blaukralle zu Streifenkralle und wieder zurück. „was wollt ihr von mir?“, fragte sie gelassen.
„würdest du ein junges von Streifenkralle aufnehmen?“, fragte Blaukralle dann vorsichtig und trat beiseite, damit Erdbeerblume es betrachten konnte. „Streifenkralle will es nicht. Es ist ihr aus irgendeinem Grund zu gruselig!“
Die rosa schimmernde Königin erhob sich vorsichtig und ging auf das junge zu. Dann schnupperte sie an ihm und begann es zu putzen. Als sie damit fertig war fragte sie: „Wieso willst du das junge denn nicht?“
„es ist Teufelsbrut!“, zischte Streifenkralle. „es ist gefährlich! Es wird uns alle noch irgendwann töten!“
„lass diesen scheiß doch jetzt mal!“, schaltete sich Blaukralle wieder ein. „es ist nur ein ganz gewöhnliches junges, das etwas Besonderes an sich hat. Und der Name dem du ihm gegeben hast ist ja wohl komplett schrecklich und hohl! Wie kann man ein so süßes junge so nennen?“
„es ist immer noch mein junges und meine Entscheidung wie ich es nenne!“, fauchte Streifenkralle ihn an.
Erdbeerblume sah den beiden streitenden ruhig zu. „wie heißt er den?“, fragte sie dann vorsichtig.
„Streifenkralle, diese undankbare Mutter, hat es leider Narbenjunges getauft!“, sagt Blaukralle als Streifenkralle nicht antwortete.
„das arme kleine!“, sagte Erdbeerblume mitfühlend. „aber es ist jetzt vor dem SternenClan beschlossen worden, also können wir den Namen jetzt auch nicht mehr ändern.“
Blaukralle nickt. „ich hoffe Borkenstern ändert den Namen wenn der kleine Schüler wird.“
Streifenkralle schnaubt. „dieses junge hat es nicht verdient zum Schüler ernannt zu werden, so hässlich wie der aussieht!“
Blaukralle dreht sich zu ihr um und funkelt sie an.
„lass das junge doch jetzt mal in Ruhe!“, faucht eine Stimme vom Eingang und alle wirbelten gleichzeitig herum. Im Eingang stand Flockenschweif und funkelte Streifenkralle wütend an. „Erdbeerblume, Blaukralle, bringt den armen kleinen hier raus, so eine Mutter hat er nicht verdient!“
Blaukralle nickte und tapte zu dem kleinen. Er nahm es am Nackenfell und bedeutete Erdbeerblume ihm zu folgen.
„nun zu dir!“, hörte er Flockenschweif noch sagen, dann verließ er mit Erdbeerblume den Bau.

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KAPITEL 3&4

Beitrag  Samtpfote am Di Jan 21, 2014 5:00 am

KAPITEL3
„alles in Ordnung?“, fragte Blaukralle Erdbeerblume als er das junge draußen auf dem boden abgesetzt hatte.
Erdbeerblume nickte, aber irgendwas stimmte mit ihr nicht, dachte sich Blaukralle. Er verdrängte den Gedanken aber sofort wieder, nahm das junge aus und tapte zu Erdbeerblume´s Bau. Wie er hörte, folgte sie ihm, dann sah er wie sie sich hinlegte, während er das junge auf dem boden ablegte.
„bring es doch zu mir!“, rief sie dann zu ihm rüber und deutete mit dem Schwanz auf ihren Bauch.
Blaukralle nickte und hob das junge wieder auf. Dann trug er es rüber.
Plötzlich stolperte er und das junge flog durch den Bau. Dann knallte es auf den boden und Blaukralle und Erdbeerblume zuckten zusammen. Blaukralle wartete auf einen Aufschrei, aber das junge gab keinen Laut von sich. Er rannte zu ihm und starrte es an. Das junge starrte mit seinen rot leuchtenden Augen zurück.
„wie kann das sein?“, fragte Blaukralle mehr zu sich selbst. „es ist durch den ganzen bau geflogen und auf den boden geknallt! Wieso hat es keine Schmerzen?“
„vielleicht hat Streifenkralle ja doch recht!“, sagte Erdbeerblume dann zu Blaukralle’s Überraschung.
Blaukralle blickte zu ihr rüber. Vielleicht haben die beide ja doch recht, dachte er sich, so wie es aussieht und das es nicht mal den kleinsten mucks von sich gibt wenn es durch den Bau fliegt und auf den boden knallt ist schon komisch! Sofort schob er den Gedanken aber wieder beiseite. „es ist nur ein junges, Erdbeerblume! Es wird dir genauso wenig tun wie deinen jungen oder irgendwem anders!“, sagte er dann fest. Er nahm es wieder auf und trug es zu Erdbeerblume.
Diese nahm es mit dem Schwanz näher an sich heran und leckte ihm den Kopf.
Das junge schloss die Augen und kurz darauf zeigte nur noch seine sich gleichmäßig hebende Brust, dass es nur schlief.
Blaukralle sah es noch kurz an, nickte Erdbeerblume dann zu und verließ leise den Bau. Auf dem Platz herrschte reges Treiben und er musste aufpassen nicht von irgendwem umgerannt zu werden.
„Blaukralle, da bist du ja!“, rief eine weiße grünschimmernde Kätzin die auf ihn zu gelaufen kam.
Blaukralle blieb stehen und wartete bis sie da war, dann sagte er: „hallo Heuschreckensprung, was ist denn hier los?“
„hast du es noch nicht gehört?“, fragte sie. „Streifenkralle hat ihre jungen bekommen. Es sind zwei! Ein Kater und eine Kätzin!“
Blaukralle biss sich auf die Lippe. Es sind drei!, dachte er bei sich, drei!
„sie heißen Grünjunges und Himbeerjunges und sind total süß!“, sagte sie dann weiter.
„hat Streifenkralle selber gesagt, dass es zwei sind oder nur deine Vermutung, weil du nur zwei gesehen hast?“, fragte Blaukralle neugierig.
Heuschreckensprung sah ihn herausfordernd an. „denkst du etwa ich kann nicht selber gucken und muss mir alles erzählen lassen?“
„nein,“, sagte Blaukralle schnell. „es ist nur,… also… ich habe gehört, dass es in Wirklichkeit drei sein sollen, kann aber sein, dass ich mich verhört habe!“ dann nickte er zum Abschied und ging weiter über die Lichtung und betrat dann Streifenkralle´s bau. Auch dort herrschte reges Treiben. Zwar waren es nicht so viele Katzen wie auf der Lichtung, aber doch schon ganz schön eng. „alle mal raus hier!“, Fauchte er dann laut um sich gehör zu verschaffen.
Die Krieger drehten sich alle ruckartig um, verließen dann aber, als sie Blaukralle´s wütenden Gesichtsausdruck sahen, schnurstracks den Bau.
Nun waren er und Streifenkralle alleine. Blaukralle fauchte sie an: „was denkst du dir nur dabei? Wieso erzählst du jedem das du zwei Jungen hättest und nicht wie es wirklich ist drei?“
„es ist mein junges und meine Entscheidung! Es sollte verschwiegen werden!“, fauchte Streifenkralle zurück.
„du bist es nicht wert eine Mutter zu sein und auch hast du es nicht verdient, zwei so schöne jungen zu haben! Also wenn du den Schwindel jetzt nicht aufklärst, werde ich Borkenstern davon erzählen und er wird dir deine anderen beiden jungen auch noch weg nehmen, dann hast du gar keins mehr!“ damit schloss er seine Rede und wartete darauf das sie antwortete.
„das würdest du nicht!“
„und ob ich das würde!“, knurrte er dann zurück. „drei jungen oder kein Junges, dass darfst du dir jetzt aussuchen!“
Streifenkralle schaute ihn kurz an und erwiderte dann: „er würde mir meine jungen nie weg nehmen, er ist der Anführer. Und jetzt kannst du gehen, ich bin müde!“ damit legte sie den Kopf auf die Pfoten und begann leise zu schnarchen.
Blaukralle murmelte noch kurz was zu sich und verließ dann den Bau.

KAPITEL4
Draußen legte sich der Trubel langsam wieder und Blaukralle konnte nun einige gestalten ausmachen. Da machte er einen grauen Kater aus, der gerade mit einem älteren Krieger redete. „Regenpfote, komm mal bitte her!“, rief Blaukralle zu ihm rüber.
Der Kater nickte dem älteren kurz zu und kam dann zu Blaukralle rüber geeilt. Als er bei ihm ankam, stoppte er, setzte sich und fragte dann: „was ist denn?“
Blaukralle sah sich kurz um ob sie auch nicht belauscht wurden und sagte dann leise: „würdest du aufpassen, dass Streifenkralle weder ihren Bau verlässt, noch das irgendwer zu ihr rein geht?“
„noch nicht mal Windhauch?“
„auf keinen Fall Windhauch! Er soll nicht zu ihr rein!“, bestätigte Blaukralle dann. „würdest du das für mich machen?“
Regenpfote überlegte kurz, nickte dann und ließ sich vor dem Eingang nieder.
Blaukralle rief noch „danke“ über die Schulter und machte sich dann auf den Weg zum Krieger Lager.
Der Himmel hatte sich zu dunklen Wolken zusammen gebraut. Wo vorher noch strahlen blauer Himmel war hingen jetzt dicke graue Wolken. Manchmal kamen blitze zum Vorschein und leiser Donner war zu hören.
Blaukralle war den meisten weg gerannt und so sehr schnell im Lager angekommen. Er bremste und schaute sich um. Viele Krieger waren nicht zu sehen, nur Graukralle kam grad aus Borkensterns bau. Blaukralle machte sich also auf den weg und traf Graukralle noch. „hallo Graukralle!“, rief er ihm zu.
Graukralle sah sich um, sah ihn dann und antwortete: „hallo Blaukralle! Hast du schon von Streifenkralle jungen gehört?“
Blaukralle nickte. „deshalb bin ich hier, ich muss mit Borkenstern über sie reden!“
„dann tu dir mal keinen Zwang an!“, sagte Graukralle und machte den Weg zum Eingang frei.
Blaukralle nickte ihm zu und trat dann ein. In der Höhle war es dunkel und leicht stickig, aber ein kalter Luftzug ging durch den Bau.
„wer ist da?“, kam eine tiefe Stimme vom anderen Ende.
Blaukralle wartete kurz, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und antwortete dann: „ich bin es, Blaukralle! Ich wollte kurz mit dir reden!“
„komm näher und setz dich!“, rief die Stimme ihm zu und Blaukralle setzte sich in Bewegung. Der boden war weich, aber nur so weich, das man gemütlich drauf laufen konnte. Er war nicht zu hart und leichte Pfoten abdrücke zierten die Oberfläche.
Als er bei dem Kater angekommen war setzte er sich und neigte den Kopf.
„was ist dein anliegen?“. Fragte die tiefe Stimme wieder und dieses Mal waren die blau leuchtenden Augen durch die Dunkelheit zu erkennen.
Blaukralle erkannte darin Neugierde und Wissensdurst, dann antwortete er: „es geht um Streifenkralle’s jungen!“
Die beiden Augen gingen kurz zu und dann wieder auf, als würden sie überlegen. „was ist den mit ihnen?“, fragte der Kater. „ich habe gehört, dass es zwei gesunde jungen sind, eine Kätzin und ein Kater.“
Blaukralle schüttelte den Kopf, war sich aber nicht sicher ob der andere Kater es sehen konnte, deshalb sagte er: „es sind drei, Borkenstern! Drei junge!“
Borkenstern runzelte anscheinend die Stirn, sagte aber nichts, deshalb fuhr Blaukralle fort: „Streifenkralle wollte ein junges nicht haben, weil es nicht so aussieht wie sie es gerne hätte!“
Borkenstern blieb weiterhin still.
„deshalb wollte sie, dass wir es umbringen!“, sagte er dann weiter.
Bei diesen Worten weiteten sich Borkensterns Augen zum Ausmaß. „das kann doch nicht sein!“, sagte er mit bebender Stimme. „wie kann eine Mutter nur ihr eigenes Junges umbringen wollen?“
„ich verstehe das auch nicht!“, antwortete Blaukralle mit schüttelndem Kopf.
„bring mich zu ihr!“, sagte Borkenstern wärend er sich schon erhob.
Blaukralle nickte. „ok“ und machte sich auf den Weg zur Kinderstuben Lichtung.

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KAPITEL 5 bis 17

Beitrag  Samtpfote am Do Apr 03, 2014 6:33 am

KAPITEL5
Draußen hatte es inzwischen angefangen zu regnen und ihre Pelze waren innerhalb weniger Sekunden komplett durchnässt.
Blaukralle schüttelte sich, um grob einige Tropfen abzubekommen, und rannte dann los. Hinter ihm knackte immer wieder zwischendurch zweige. Borkenstern folgte ihm also auf den Fersen.
Der Wald war inzwischen dunkler geworden und in den Bäumen und Büschen die den Rand säumten folgten ihnen geisterhafte Schatten. Immer wieder krachte Donner und blitze zuckten über den Himmel.
Plötzlich klarte der Himmel schnurstracks wieder auf und die Sonne war wärmer als zuvor.
Was ist hier los?, dachte sich Blaukralle fragend, schüttelte aber dann leicht den Kopf und rannte weiter.
Als sie ankamen war auf der Lichtung alles still. Keine Katze war mehr zu sehen, keine zuhören oder zu riechen.
Plötzlich ertönte ein schrei und alles schien still zu stehen. Nichts war zu hören, kein Luftzug der durch die Blätter strich, kein Ast der knackte.
Unheimliche Stille kehrte ein und Blaukralle wagte nicht zu atmen.
„wir sollten weiter!“, flüsterte eine Stimme hinter ihm und er erschrak. Dann erinnerte sich Blaukralle wieder: Borkenstern war ja bei ihm. Dann nickte er und setzte sich wieder in Bewegung. Das Gras war rutschig und die langsam fallenden Blätter die auf dem boden lagen machten das laufen noch schwieriger. Vorsichtich machte er sich auf den Weg zu der Stelle von der er den schrei zu vernehmen haben mochte.
Bis jetzt war alles noch still, nur leise streifte der wind wieder durch die Bäume und der Himmel verdunkelte sich wieder. Dann ertönte ein weiterer schrei der blaukralle durch Mark und Bein ging.
Was war da nur los?
Jetzt war es Blaukralle egal ob er hin fiel. Er rannte zu Erdbeerblume’s bau, aber der Himmel wollte es nicht gut mit ihm und es fing wie ein Schlag wieder in Strömen an zu regnen. Sein pelz durchnässte und er zog ihn runter, dann viel er.
Mit dem Bauch am boden schlitterte er Richtung Brombeerhecke und knallte genau hinein. Die dornen stachen in seinen Pelz und hinterließen lange dünne Kratzer.
„fa**! Sch****!“, schrie er und rappelte sich wieder auf.
Ein leises lachen ertönte hinter Blaukralle und er drehte sich um. Borkenstern stand da und sah ihn grinsend an: „das sah echt lustig aus!“
Blaukralle knurrte leise und ging dann wieder zu ihm. „wir sollten nachgucken was da los ist!“, sagte er, als er bei Borkenstern angekommen war.
Borkenstern nickte und sie gingen langsam wieder zu der Stelle, an der blaukralle abgerutscht war.
Die Blätter waren mit runter gekommen, deshalb konnte man das Gras jetzt auch sehen: es war nicht mehr grün und saftig, sondern war braun gefärbt.
Als Blaukralle das sah stoppte er. Er schob einige Blätter vorsichtig beiseite. Auch diese Stelle war braun gefärbt. Er schnupperte, dann rümpfte er die Nase. Das Gras stank.
„Borkenstern?“, wandte er sich an seinen Anführer. „irgendetwas stimmt mit dem gras auf dieser Lichtung nicht!“
„wieso? Was ist denn damit?“, fragte der Anführer und drehte sich zu ihm um.
Blaukralle deutete mit der Pfote auf die stelle die er frei gemacht hatte: „es stinkt und ist braun!“
Der Anführer kam näher und starrte das Gras an. „wir sollten Flockenschweif fragen was es dam…!“
Weiter kam er nicht, denn ein weiterer schrei durch schnitt die Luft und blaukralle spitze wieder die Ohren. „vielleicht sollten wir erst mal gucken was da los ist“, flüsterte Blaukralle Borkenstern zu.
Dieser nickte und sie schlichen langsam über die Lichtung.
Aus einem bau hörte man flüstern, dann einen freudigen Aufschrei: „es ist eine Kätzin!“
Eine Kätzin? Dann erinnerte sich Blaukralle wieder: Erdbeerblume’s jungen! Er schlich langsam in den Bau und sah, wie sich Flockenschweif über ein kleines, graues, nasses Bündel beugte.
„Sturmjunges!“, sagte Erdbeerblume zärtlich. „des schönen Sturmes heute Nacht wegens!“
„das ist ein schöner Name für sie!“, antwortete dann Flockenschweif, nickte ihr zu und brachte ihr das junge.
Erdbeerblume nickte kurz, zog das junge dann mit ihrem Schwanz an ihren Bauch und legte dann den Kopf auf die Pfoten. Wenig später war nur noch ihr gleichmäßiges atmen zu hören.

KAPITEL6
Dann bemerkte Blaukralle das kleine schwarze junge, welches am Rand der Höhle zusammengerollt schlief.
„was wollt ihr beide denn hier?“ Flockenschweif war zu ihnen gekommen und sah sie verwundert an.
„wir…wir…wir wollten mit Streifenkalle reden!“, flüsterte Borkenstern und richtete sich leicht auf. „als wir Erdbeerblume aber schreien gehört haben sind wir hier hingekommen.“
Flockenschweif nickte leicht. „sie hat ihr junges bekommen, aber wir sollten jetzt wirklich hier raus und draußen weiter reden!“
Blaukralle nickte und drehte sich um, dann trat er aus dem Eingang. Es hatte aufgehört zu regnen und der Himmel färbte sich langsam wieder blau. Einzelne wenige Sterne waren schon zu erkennen und er musste einfach hochgucken und sie bewundern. Ich hoffe dir geht es gut, geliebte Schneeflocke!, dachte er wehleidig.
In der zwischen Zeit waren Borkenstern und Flockenschweif zu ihm getreten. „ich vermisse sie auch!“, sagte dann Borkenstern nach kurzer stille.
Schneeflocke war seine Tochter gewesen. Sie wurde von den Banditen entführt, kurz bevor die anderen Königinnen getötet wurden. Alle dachten, dass sie vielleicht noch leben würde, nur Blaukralle wusste mit Sicherheit, dass sie tot war.
„was stinkt den hier so unglaublich?“, fragte plötzlich Flockenschweif.
Blaukralle wandte sich zu ihr und überlegte kurz. „das ist der boden hier, er ist auch ganz braun gefärbt!“ er schob die Blätter zu Seite.
Flockenschweif beugte sich, sichtlich verwirrt, darüber, dann schreckte sie plötzlich zurück. „braun wird den Wald verschlingen und Schatten ihn wieder auferstehen lassen!“, flüsterte sie dann.
Blaukralle sah sie verwundert an, ihre Erstarrung hatte sich aber sofort wieder gelöst.
„was ist denn jetzt?“, fragte sie ganz normal. „sollen wir jetzt zu Streifenkralle gehen?“
Die anderen beiden nickten und sie machten sich wieder auf den weg. Dadurch dass die Blätter noch nass waren war der Weg immer noch glatt, aber zum Glück nicht so lang.
Vor dem Eingang saß immer noch Regenpfote und schaute ihnen mit durchnässtem Fell und hängenden Ohren entgegen.
„hallo Regenpfote!“, rief Borkenstern ihm entgegen.
Genau, verrate uns doch!, dachte Blaukralle biestig.
„hallo Borkenstern!“, rief der Schüler ihnen entgegen und senkte den Kopf. „Sie hat den Bau nicht verlassen, Blaukralle!“
Blaukralle nickte ihm entgegen. „danke“, flüsterte er ihm dann noch entgegen und zeigte Flockenschweif, sie solle als erstes eintreten. „rede mit ihr und sage ihr das wir kommen, sonst erschreckt sie sich noch!“
Flockenschweif nickte und betrat den Bau.
Einige Sekunden verstrichen, dann kam Flockenschweif aufgebracht aus dem bau gelaufen. „Sie sind weg!“, schrie sie. „die jungen sind weg!“
Blaukralle starrte sie an. Das konnte doch nicht wahr sein! Er stürmte in den Bau. Erst roch er es, dann sah er sie: Streifenkralle lag zusammengekrümmt auf dem boden. Aus ihrer Kehle und ihrem Bauch rann Blut. Sie röchelte und hustete. „Flockenschweif, komm schnell!“
Flockenschweif stürzte hinter ihm in den Bau und sagte: „was ist denn los?“
„Wieso hilfst du ihr nicht?“
„sie ist tot, ich kann ihr nicht mehr helfen!“ sie schüttelte den Kopf.
„aber sie atmet doch noch!“
„sie atmet noch!“, erklärte sie dann. „aber ich kann ihr nicht mehr helfen! Ich kann die Blutung nicht stoppen und ein schneller tot ist immer noch besser als ein langsamer!“ damit verließ sie den Bau.
Was war hier nur los? Was war passiert und warum hatte Flockenschweif Streifenkralle nicht geholfen?

KAPITEL7
Da bewegte sich was, an Streifenkralle’s Bauch. Blaukralle rannte dort hin und dann sah er es: ein junges! Eine Kätzin! Sie versuchte aus der lache raus zu kommen, scheiterte aber immer wieder.
Blaukralle nahm es auf und trug es an den Rand der Höhle. „Flockenschweif, schnell komm her!“
Im Eingang bewegte sich etwas, dann tauchte Flockenschweif auf. „was ist denn?“, rief sie ihm zu.
„guck dir das an!“ er trat beiseite und machte den blick auf das junge frei.
„das…!“, sie begann zu stottern. „das kann nicht möglich sein! Woher hast du das?“
Blaukralle deutete mit der schwanzspitze auf Streifenkralle, die sich nur noch leicht bewegte und kaum noch atmete.
„das kann doch nicht möglich sein, da war keins mehr drin!“
„es muss ja nicht von Streifenkralle sein!“, sagte Blaukralle gelassen. „es kann genauso gut von den Banditen ausversehen da gelassen worden sein. Du bist aber deshalb noch keine schlechte Heilerin wenn du nicht bemerkt hast, dass sie noch ein junges hatte. Streifenkralle war angespannt und aufgeregt. Sie hat rumgeschrien. Klar, dass du da nicht alles bemerkt haben kannst!“
Flockenschweif ließ den Kopf hängen. „ich bin eine schlechte Heilerin! Ich sollte schnell einen Schüler suchen und dann aus dem heiler da sein aussteigen, oder ich nehme am besten keinen Schüler sondern lasse ihn von einem anderen heiler ausbilden.“ Sie drehte sich um und wollte gehen, kam aber nicht weit da Borkenstern im Ausgang stand und diesen damit versperrte.
„du bist keine schlechte Heilerin!“, sagte er gelassen. „Blaukralle hat vollkommen recht, noch nicht mal der beste heiler den es je gegeben hat oder geben wird, hätte das feststellen kö…!“
Ein lautes husten von Streifenkralle unterbrach ihn, dann kam von dieser nur noch ein letztes gurgelndes röcheln und sie verstummte.
Blaukralle sah zu ihr und starrte sie an. Irgendwie hatte sie es verdient, so wie sie mit Narbenjunges umgegangen war, aber so einen schrecklichen tot hatte sie auch wieder nicht verdient.
Seine Gedanken wurden von einem wild auflachenden jungen gestört. Er drehte sich wieder zu den anderen um und sah wie Flockenschweif das Kleine den Bauch putzte. Das junge gackerte und rollte sich auf dem boden hin und her.
„ich habe eine namens Idee für sie!“, sagte Borkenstern an Blaukralle gewandt.
Dieser sah auf und antwortete: „der wäre?“
„ich finde den Namen Blutkralle für sie ganz passend!“, sagte er schnurrend. „wegen dem grad eben und sie hat blutrote Augen!“
Jetzt bemerkte es auch Blaukralle. Ihre Augen schlugen zwischendurch mal auf und man konnte das leuchtende rot ihrer Augen erkennen. Sie leuchteten genauso rot wie die von Narbenjunges, aber in ihnen steckte mehr leben und Lebenslust. Sie war das komplette Gegenteil von Narbenjunges. Wunderschön, wahrscheinlich liebenswürdig und voller Gefühle.
„das ist ein toller Name für sie!“, nickte er Borkenstern zu. Dann ging er zu der kleinen und flüsterte: „du bist nun Blutjunges! Wir werden die alle beschützen!“ dann wandte er sich an Flockenschweif: „soll ich sie zu Erdbeerblume bringen?“
Flockenschweif überlegte kurz und nickte dann. „wir haben ja keine andere Königin die auf sie aufpassen könnte!“
Blaukralle neigte nochmal den Kopf vor Borkenstern und Flockenschweif und nahm die kleine dann auf. Er trabte aus dem bau auf die Lichtung hinaus.
Die Sonne war untergegangen und Schatten schlichen über die Lichtung. Schnell, aber vorsichtig, trabte er weiter zu Erdbeerblume’s Bau.
Dort angekommen streckte Blaukralle den Kopf hinein. Erdbeerblume war grade Sturmjunges am Putzen. Narbenjunges lag etwas abseits und hatte den Kopf auf die Pfoten gelegt, schaute Blaukralle aber, als er die beiden bemerkt hatte, an. Seine roten Augen zeichneten sich klar von seinem schwarzen Gesicht ab und wirkten wenig mit Leben behaucht, aber weise.
Blaukralle konnte es nicht deuten, aber es war so.
„Erdbeerblume?“, nuschelte er dann durch ein maul voll Fell.
Die Königin beendete das putzen und sah ihn an. „was ist den… woher kommt das junge?“
„das wissen wir nicht!“, antwortete Blaukralle nachdem er Blutjunges abgesetzt hatte. „es war einfach da! Streifenkralle wurde, wahrscheinlich von den Banditen, getötet und das junge tauchte einfach auf!“
„Streifenkralle ist tot?“, fragte Erdbeerblume verwundert.
Blaukralle nickte und fragte dann: „würdest du die Kleine auch noch aufnehmen? Sie würde sonst sterben!“
Eine kurze Zeit verstrich, die Blaukralle aber wie stunden vorkamen, bis Erdbeerblume endlich nickte: „ja, ich kann kein junges sterben lassen! Wie heißt die kleine denn?“
Blaukralle nahm Blutjunges auf und brachte sie zu Erdbeerblume rüber. Er setzte es ab und antwortete dann: „Blutjunges, wegen ihrer blutroten Augen.“
„das ist ein schöner Name für sie!“
„ja, das finde ich auch! Borkenstern hat ihn für sie ausgewählt!“
Erdbeerblume beugte sich über das kleine und fing es an zu putzen. Dann sah sie ihn kurz nochmal an, sagte: „danke, jetzt bin ich die glücklichste Mutter der Welt, auch wenn die meisten nicht von mir sind“ und putzte dann Blutjunges weiter.
Blaukralle sah ihr noch kurz dabei zu und verließ dann leise den Bau.

KAPITEL8

Draußen war der Mond aufgegangen und keine Gestalt war zu sehen. Blaukralle tapte wieder zu Streifenkralle’s bau, wohl bedacht keinen Lärm zu machen. Schatten huschten an ihm vorbei durch die Büsche, aber nichts war zu hören. Könnten diese schatten vielleicht echt sein? Waren das die Banditen die durch die schatten schlichen?
„wir sollten ab jetzt wachen aufstellen, sonst sind die restlichen drei Jungen die wir noch im Clan haben auch bald weg und das wollen wir ja nicht!“, sagte Borkenstern.
Blaukralle setzte sich und sah Borkenstern an. „ja, das sollten wir!“, sagte er dann nickend.
Borkenstern setzte sich zu ihm und fragte: „was hältst du davon?“
„wovon?“
„davon was Flockenschweif gesagt hat und was hier grade passiert? Denkst du das hat vielleicht was mit den Banditen oder den neuen jungen zu tun?“
Blaukralle zuckte mit den Schultern. „mit den jungen hat es bestimmt was zu tun, aber bei den Banditen bin ich mir da nicht so sicher. Was sollten die auch damit zu tun haben? Sie schleichen hier rum und töten unsere Königinnen, sie stehlen unsere jungen! Wir haben schon viele jungen verloren und diese hier sind seit dem Angriff wieder die ersten. Wir sollten sie nicht nur schützen sondern am besten mit ins Kriegerlager nehmen, dort sind sie am sichersten.“
Borkenstern überlegte kurz und antwortete dann: „du bist weise junger Krieger. Du wärst mir ein würdiger zweiter Anführer, sogar ein ehrenwerter Anführer. Dir würde ich in jeden krieg folgen!“
„Das ist ein nettes Kompliment, aber ich will weder dir noch Graukralle eure Posten streitig machen. Wenn meine Zeit da sein sollte und der SternenClan das das für mich vorbestimmt hat, werde ich diesen Posten dann annehmen!“, Blaukralle verbeugte sich vor ihm. „aber jetzt ist deine Zeit des Anführer da seins und ich bin dein Krieger. Ich folge dir in jeden krieg und nicht umgekehrt!“
„junger Krieger, ich und Graukralle werden alt und mein letztes leben neigt sich langsam dem Ende. Wir wollen einen ehrwürdigen Nachfolger, der es verdient hat Anführer zu sein. Du bist jung und stark und dein Herz sitzt am rechten Fleck. Du hast eine Change nächster zweiter Anführer zu werden.“, redete der Anführer ihm dann weiter gut zu. „jetzt sollten wir aber zurück ins Lager gehen und verkünden, dass Erdbeerblume ihre jungen bekommen hat.“
Blaukralle nickte zustimmend und folgte dann Borkenstern zurück zum Lager.
Das Lager lag verlassen vor, nur Graukralle saß vor dem Anführerbau und wartete anscheinend auf Borkenstern.
„was ist Graukrallen, wieso bist du nicht in deinem Nest?“, fragte Borkenstern als er ihn entdeckte.
Graukralle erhob sich beschwerlich und sagte dann: „ich würde gerne mal mit dir unter vier Augen sprechen.“
„ist es sehr dringend? Ich wollte gerade eine Versammlung einberufen!“
„das kannst du dann bei der Versammlung direkt verkünden.“
Blaukralle merkte, dass er fehl am Platz war und machte sich auf den Weg in den Bau um die ersten Krieger schon mal zu wecken. Als er eintrat sah er als erstes Windhauch`s Körper, der sich gleichmäßig hob und wieder senkte. Blaukralle tapte zu ihm und stoß ihn mit der Pfote an. „hey, Windhauch, Borkenstern ruft gleich eine Versammlung zusammen!“
Windhauch grummelte kurz und schlug dann die Augen auf.
Blaukralle sah ihn kurz an und tapte dann weiter. Er weckte fast alle Krieger, bis ein ruf von draußen ertönte: „alle Krieger die alt genug sind ihre eigene Beute zu machen, vordere ich auf sich zu dieser Versammlung auf dem Platz einzufinden!“
Im Bau erhoben sich alle und auch Blaukralle machte sich langsam auf den weg. Viele Krieger setzten sich ziemlich weit nach vorne auf die Lichtung, nur Windhauch und Blaukralle bleiben direkt vor dem Krieger bau sitzen.
„was sie wohl zu verkünden haben?!“, flüsterte Windhauch Blaukralle ins Ohr.
Sie? Dann erkannte Blaukralle, dass auch Graukralle vorne bei Borkenstern saß. Was hatte Graukralle ihm wohl gesagt?
„wir haben gute Neuigkeiten, schlechte, aber auch erfreuliche.“, begann Borkenstern. „Streifenkralle hat ja, wie ihr alle wissen solltet, junge bekommen. Und zwar drei an der Zahl.“
Ein Raunen ging durch die Menge.
„drei?“
„waren es nicht nur zwei?“
„ihre Namen sind Grünjunges, Himbeerjunges und Narbenjunges. Außerdem hat auch Erdbeerblume ihr junges bekommen. Ihr Name ist Sturmjunges. Wir haben auch ein junges gefunden. Auch sie hat schon einen Namen der Blutjunges lautet. Leider haben wir auch schlechte Nachrichten.“, fuhr er dann schwer fort. „Streifenkralle wurde wahrscheinlich von den Banditen getötet und zwei ihrer jungen entführt.“
Windhauch zog neben Blaukralle laut die Luft ein. „nein, nicht Streifenkralle!“, flüsterte er.
„wir haben aber auch erfreuliche Neuigkeiten, die euch jetzt Graukralle verkünden wird.“, rief Borkenstern als letztes und trat denn zurück.
Graukralle trat vor und begann seine Rede: „ich werde alt und meine Knochen fangen an weh zu tun. Wenn Borkenstern jetzt wirklich was passieren würde, wäre ich zu alt um euer Anführer zu werde. Deshalb werde ich jetzt von meinem zweiter Anführer Posten zurück trete. Ich habe Borkenstern gebeten, dass ich den neuen zweiten Anführer bestimmen darf und wir waren uns einig, wer der richtige dafür sei. Dieser junge Krieger hat immer gutes vollbracht und hat viel Mitgefühl. Borkenstern, so wie auch ich würden sogar unter ihm dienen und ihm in jeden krieg folgen.“
Neben Blaukralle begann Windhauch zu zittern und seine Augen wurden größer, dann flüsterte er zu Blaukralle rüber: „das bin bestimmt ich!“
„unser neuer zweiter Anführer ist…“
Windhauch erhob sich bereits.
„Blaukralle!“

KAPITEL9
Blaukralle starrte nach vorne. Er hatte ja schon mit Borkenstern darüber geredet, aber nie gedacht, dass es irgendwann wahr wir. Er dachte vielleicht in ein paar Monden, wenn Graukralle starb oder der nächste zweite Anführer. Er hatte gedacht, dass Windhauch oder Wurzelmaus vor ihm zweiter Anführer werden würden. Sie waren beide älter als er und hatten mehr Erfahrung. Er war gerade erst zum Krieger ernannt worden und hatte seinen ersten Schüler grade erst abgeschlossen, die beiden hatten jeder schon zwei Schüler.
„Blaukralle, Blaukralle!“, wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
Nur eine Katze schrie: „nein, das ist nicht fair!“
Alle verstummten sofort und drehten sich einem kleinen schwarz-weißen Krieger, der am Rand der Lichtung saß.
„Welche einwende hast du, Elsterfeder?“, fragte Borkenstern ihn.
Der kleine Kater trat vor und sagte dann: „Windhauch, so wie auch Wurzelmaus haben viel mehr Erfahrung als Blaukralle, sie wären bessere zweite Anführer als er. Sie hatten beide schon zwei Schüler und haben noch nie ärger gemacht!“
Borkenstern nickte. „das stimmt“, sagte er dann. „aber wie ich sehe, willst du das Ganze nur, weil Windhauch dein Vater ist und Wurzelmaus diene Mentorin. Weiterhin, hat Blaukralle deutlich mehr Mitgefühl als die beiden und das brauch ein zweiter Anführer genauso wie ein Anführer! Windhauch ist schon jetzt nicht mehr traurig, obwohl seine Gefährtin gerade gestorben ist. Alles was er gerade wollte war zweiter Anführer werden und das ist nicht richtig. Als erstes müsste er jetzt für seine jungen da sein und nicht für seinen Clan!“
Elsterfeder schaute ihn an. „Er wäre trotzdem ein besserer Anführer als dieser armselige schlucker!“ er deutete mit der schanzspitze auf Blaukralle.
Blaukralle knurrte: „was hast du gegen mich?“
„das geht dich Garnichts an!“, fauchte Elsterfeder zurück, dann drehte er um und verschwand im Bau.
„er spinnt, ich finde du hast es verdient zweiter Anführer zu werden.“ Blaukralle drehte sich um als er diese Stimme hörte. Sie gehörte zu Regentropfen, einer grauen ältesten mit einem Fleck in Form eines Regentropfens auf der Schulter.
„danke Regentropfen, dass weiß ich sehr zu schätzen!“, er verbeugte sich von ihr.
„alle ältesten finden es gut, dass du der neue zweite Anführer bist und nicht Windhauch.“, sagte jetzt Blattrascheln, eine andere der Ältesten. „du wirst ein guter zweiter Anführer und, später, Anführer sein.“ Sie sengte den Kopf vor Blaukralle und auch die anderen ältesten gesellten sich dazu.
Blaukralle verstand wirklich Garnichts mehr, wussten sie alle mehr als sie zugaben?
„anscheinend sehen das auch die meisten der anderen Krieger so, eingeschlossen von mir!“
Blaukralle drehte sich um und traute seinen Augen nicht. Windhauch stand vor ihm und neigte ebenfalls den Kopf leicht vor ihm.
Was ging hier nur vor sich? „danke, aber ich bin noch nicht euer Anführer, also habt ihr noch kein recht euch vor mir zu verneigen!“, sagte Blaukralle dann.
„aber du hast es verdient!“, sagte Graukralle, der zu ihnen getreten war.
„Ich muss aber noch was verkünden!“, rief Borkenstern von der Mitte der Lichtung aus.
Alle drehten sich wieder zu ihm um.
„wir brauchen noch wachen, die die Kinderstubenlichtung und Erdbeerkralle beschützen, falls die Banditen wieder kommen sollten. Wir wollen nicht noch mehr jungen und Königinnen verlieren. Weißbart und Heuschrecken ihr fangt heute Abend an und bei Mondhoch werden Wurzelmaus und Windhauch die wache übernehmen. Blaukralle, da du ja jetzt unser neuer zweiter Anführer bist, wirst du das alles die ganze nach über wachen.“
Blaukralle nickte.
„ok, das war`s dann erst mal!“, rief Borkenstern noch und verschwand dann in der Dunkelheit.
Blaukralle ging zu Weißbart und Heuschreckensprung, die sich bereits am Eingang versammelt hatten.
„du hast es echt verdient!“, sagte Heuschreckensprung zu ihm, als er bei ihnen angekommen war.
„Danke, aber wir sollten jetzt gehen!“, sagte Blaukralle.
„ok, los geht`s!“

KAPITEL10
Sie schlichen mit schnellen Schritten durch das Unterholz, wohl bedacht keinen Lärm zu machen und kamen so, wenig später, bei der Kinderstube an. Der wind ging leise durch die Bäume und die schatten schienen sie schon wieder zu erfolgen.
„Heuschreckensprung, du gehst hinter den Bau von Erdbeerblume, ich und Weißbart setzten und vor den Eingang.“, sagte Blaukralle dann.
Heuschreckensprung nickte und setzte sich in Bewegung.
Blaukralle sah ihr nach und als sie nicht mehr zu sehen war, setzte er sich rechts neben den Eingang.
Weißbart setzte sich auf die andere Seite, putzte sich kurz die Brust und sagte dann: „wir sind alle glücklich, dass du der neue zweite Anführer bist. Windhauch ist nicht immer nett zu uns.“
„Danke!“, antwortete Blaukralle und neigte den Kopf vor ihm. „das bedeutet mir echt vie…“
„Pst, leise! Hör mal!“, unterbrach ihn Weißbart.
Blaukralle lauschte: da schlich sich jemand durch das Unterholz. Er machte ein paar Schritte auf das Geräusch zu und verlagerte das Gewicht auf die Oberschenkel. Der Geruch wurde stärker. Der faulige Gestank nach Abfällen und Zweibeinern. Die Banditen!, schoss es Blaukralle durch den Kopf. Sie waren gekommen um die letzten verbleibenden jungen zu holen! Er schlich näher heran und erblickte dann die zwei Katzen die durch das Unterholz schlichen: Ein dunkelgrauer Kater und eine braune Kätzin. Blaukralle tapte langsam aus den Schatten und stellte sich vor ihnen auf. Er ließ den blick auf den boden gerichtet und wartete auf die Reaktion der beiden anderen Katzen.
Diese hielten abrupt an als sie den Krieger vor sich erblickten und wollten fliehen, aber Weißbart war schneller. Er stand schon hinter den beiden und knurrte sie an.
Blaukralle hob den Kopf und knurrte laut: „was sucht ihr hier?“
Die beiden wirbelten wieder zu ihm herum und guckten verängstigt zu ihm rüber.
Da sie nicht antworteten, sagte Blaukralle nochmal lauter: „Was sucht ihr hier?“
Die Kätzin räusperte sich und trat dann selbstbewusst nach vorne. „das geht euch Garnichts an!“
„Sonne, nicht!“, flüsterte der andere Kater zu ihr rüber.
„doch, es geht uns was an!“, knurrte Blaukralle nochmal. „schließlich seid ihr hier in unserem Territorium!“
Jetzt trat der Kater vor. „lasst uns einfach wieder gehen, dann wird auch keins eurer jungen zu Schaden kommen!“
„ihr werdet sterben, bevor ihr überhaupt in die Nähe unserer jungen kommt, außerdem habt ihr uns doch schon fast alle geklaut, wieso braucht ihr dann auch noch die letzten?“, fragte nun Weißbart.
Der Kater sah Weißbart verwundert an, nur die Kätzin fasste sich schnell wieder: „Wir haben eure jungen nicht geklaut, was sollten wir mit denen wollen? Die stinken doch alle nach Clan!“
„Aber wer soll unsere Jungen sonst haben? Ihr Banditen seid doch die einzigen, die immer jungen klauen!“, sagte Blaukralle.
„Wir… wir… wir…“, begann der Kater. „wir haben euch noch nie jungen geklaut! Nur den anderen Clans!“
Blaukralle überlegte: vielleicht sagten sie ja wirklich die Wahrheit oder es war nur eine Masche von ihnen. „wir werden euch jetzt zumindest zu unserem Anführer bringen! Ihm solltet ihr das alles erklären! Heuschreckensprung!“, rief er dann.
Die Kätzin tauchte wenig später neben ihm auf und fragte: „ja, was ist?“
„Würdest du bitte schnell ins Lager zurück laufen und zwei weitere Krieger holen? Wir müssen auf die hier aufpassen!“
Die Kätzin nickte und machte sich auf den weg. Nach kurzer Zeit tauchte sie mit Windhauch und Wurzelmaus wieder auf. Sie nickte Blaukralle kurz zu und verschwand dann mit den anderen beiden im Unterholz.
„ok, dann können wir ja jetzt los. Weißbart, du gehst vor und ich passe von hinten auf, dass die beiden nicht weg laufen!“, rief Blaukralle Weißbart zu, dieser nickte kurz und setzte sich dann in Bewegung Richtung Lager. Blaukralle und die beiden Banditen folgten ihm.

KAPITEL11
Im Lager war wieder alles still. Das gleichmäßige atmen der Krieger kam aus den einzelnen Bauen. Die einzige Gestalt, die im Lager zu entdecken war, saß auf dem Aussichts Stein und schaute zu den Sternen.
Als Blaukralle näher an diese heran trat, erkannte er Flockenschweif. Er ging noch weiter auf sie zu und räusperte sich dann leise. „hallo Flockenschweif. Wie geht es dir?“
Die Heilerin schaute zu ihm hinunter, dann zu den anderen. Schließlich schaute sie ihn wieder an und sagte: „deine Zeit wird kommen, junger Krieger. Und das vielleicht früher als du es möchtest.“ Dann schaute sie wieder weg.
Blaukralle grübelte. Was hatte das schon wieder zu bedeuten? Egal, dachte er sich und ging zu Borkensterns bau. „Borkenstern?“, rief er leise rein.
Dann ertönte ein leises gähnen und dann eine Stimme: „was ist den Blaukralle?“ dann kam Borkenstern auch schon langsam raus gelaufen.
„wir haben zwei Banditen auf dem Weg zur Kinderstube gesehen!“ Blaukralle deutete mit der schwanzspitze zu den beiden, die immer noch mit Weißbart beim Eingang standen.
Borkenstern betrachtete sie. „wollten die beiden unseren Jungen was tun?“
Blaukralle zuckte mit den Schultern. „frag sie doch am besten selber.“, sagte er dann.
Borkenstern nickte und ging auf die beiden zu. Blaukralle folgte ihm, aber mit einem mulmigen Gefühl in der Magen Gegend.
„was war eure Absicht?“, fragte Borkenstern als sie bei den beiden angekommen waren.
Der dunkle Kater schwieg, nur die Kätzin machte mal wieder keinen Halt vor Autorität. „Es ist doch völlig egal was wir machen wollten! Lasst uns doch jetzt einfach gehen!“, fauchte sie.
„Klappe jetzt!“, sagte der Kater wieder und stieß die Kätzin diesmal beiseite. „Ich bin Grau und das ist Sonne! Wir wollten euren jungen nichts antun, wir waren nur auf der Durchreise zu einer Mission. Und keiner von unserer Gemeinschaft hat eure jungen auch nur berührt. Niemand hat seit drei Monden die Grenze überschritten, wir sind die ersten.“
„Und das sollen wir euch jetzt glauben?“, knurrte Weißbart.
Borkenstern funkelte ihn an. „Leise!“ dann wandte er sich wieder an die beiden Banditen: „aber irgendwer muss doch unsere jungen gestohlen und unsere Königinnen umgebracht haben!“
„Das ist möglich, aber von uns war es keiner.“, sagte der Kater ruhig weiter.
Borkenstern nickte ansehend. „ich glaube euch, vorerst. Aber sagt eurem Anführer, dass sich keiner von euch mehr unserem Territorium nähern soll. Wir schätzen unbekannte die unser Territorium durchqueren nicht.“
Grau und Sonne nickten anerkennend. „wenn das alles ist, dürfen wir unsere Mission dann fortführen?“
Borkenstern nickte und die beiden Banditen drehten sich um und machten sich wieder auf ihren weg.
Blaukralle sah ihnen nach. Was war das wohl für eine Mission die die beiden zu erledigen hatten?
„wieso hast du die jetzt einfach gehen lassen?“, fragte Weißbart Borkenstern und schaute ihn wütend an. „die haben unsere jungen geklaut uns unsere Königinnen umgebracht!“
Borkenstern schüttelte den Kopf. „sie haben nichts desgleichen getan! Sie hatten Angst und wussten gar nicht wovon wir reden, als wir diesen vorfalle erwähnt haben. Und anderer Seitz hätten sie garkeinen Grund unsere jungen zu stehlen, sie haben doch bestimmt genug eigene. Und einen Angriff wollten sie auch nicht planen, wenn du das gedacht haben solltest, denn sonst hätten sie uns bereit angegriffen!“ dann drehte er um und verschwand wieder in seinem bau.
„Wir müssen wieder zurück!“, sagte Weißbart dann.
Blaukralle nickte. „geh schon mal vor, ich habe noch was zu erledigen!“
Weißbart nickte und drehte sich dann um. Er lief los und verschwand dann kurze Zeit später in den Schatten des Waldes.
Blaukralle drehte um und lief wieder zu Flockenschweif. diese saß immer noch auf dem Aussichts Stein und blickte wie eine Statur zu den Sternen. Blaukralle setzte sich neben sie und fragte: „was siehst du?“
Flockenschweif blickte nicht zu ihm hinunter, sondern sagte nur: „die Sterne erzählen mir viel junger Krieger. Sie werden in näherer Zukunft auch dir mehr erzählen als du jetzt vielleicht erkennen kannst. Die Sterne sind Älter als unsere Ältesten und weiser als diese und ich und Borkenstern zusammen. Auch du und eins der jungen werden ähnliche Weisheit bald erfahren.“ Dann stand sie auf und verschwand wenig später in der Dunkelheit.
Blaukralle dachte kurz über alles was sie gesagt hatte nach, endete damit aber schnell wieder als er sich an seinen Auftrag erinnerte: Erdbeerblume und die jungen schützen. Deshalb stand er auf und machte sich wieder auf den Weg zur Kinderstube.

KAPITEL12
Blaukralle tappte gedankenverloren durch den Wald Richtung Kinderstubenlichtung. Er dachte über viele Dinge nach und übersah dabei nicht nur eine Wurzel die aus dem boden ragte. Nach der dritten Wurzel schmerzte seine Pfote und er erwachte aus seinen Gedanken. Jetzt wollte er aufpassen wohin er tritt und bemerkte, dass er schon fast da war. Also rannte er das letzte Stück und brach vor Weißbart aus dem Gebüsch.
Weißbart starrte ihn an. „Was sollte das denn?“, schrie er Blaukralle an.
Blaukralle grinste. „tut mir leid! Sind Windhauch und Wurzelmaus noch hier?“
Weißbart nickte.
„Ok!“, antwortete Blaukralle. „sie können jetzt wieder gehen, ich wecke sie dann wenn sie mit der wache dran sind! Sagst du ihnen Bescheid?“
Weißbart nickte und verschwand.
Kurzdarauf tauchten Windhauch und Wurzelmaus auf und nickten Blaukralle zu. „bis Später dann!“, sagte Windhauch und ging dann. Wurzelmaus folgte ihm.
Nun stand Blaukralle alleine in der Dunkelheit und lauschte auf die leisen Geräusche der Fledermäuse die durch die Baumkronen flogen.
„die Nacht ist fast vorbei!“, sagte Heuschreckensprung plötzlich und Blaukralle drehte sich erschreckt um.
Dann nickte er. „geht Windhauch und Wurzelmaus holen, sie sollen den Rest der wache mit mir übernehmen. Ihr braucht schließlich auch noch etwas schlaf.“
Die beiden neigten kurz den Kopf und Weißbart sagte noch: „wir sind froh, dass du unser zweiter Anführer geworden bist!“ dann verschwanden die beiden in der Dunkelheit.
Blaukralle sah ihnen noch nach und setzte sich dann hin. Er sah zu den Sternen hoch und dachte an seine Zeit mit Schneeflocke. Seiner Partnerin, die er über alles geliebt hatte. sie saß jetzt da oben und schaute auf ihn herab. War sie wohl zufrieden mit seinem handeln?
„was machst du da?“
Blaukralle erschrak und sprang beiseite. Er sah zu der Stimme und entdeckte dann die zwei rot leuchtenden Augen in der langsam verblassenden Dunkelheit.
„ich habe dich gefragt, was du da machst!“, sagte Blutjunges.
Blaukralle fasste sich wieder. „Tschuldigung, ich war gerade in Gedanken versunken!“
„Achso!“, miaute Blutjunges mit ihrer piepsigen Stimme und lief auf ihn zu. „woran hast du den gedacht?“
„An Sachen, die für dich jetzt noch nicht von Bedeutung sind!“, sagte Blaukralle nett und beugte sich zu ihr runter. Dann begann er ihr das Köpfchen zu putzen. „so etwas wirst du leider noch früh genug erfahren müssen!“
Die kleine sah ihn an. Anscheinend verstand sie nicht recht, was er damit meinte, behielt die Frage aber für sich.
„Wieso bist du überhaupt hier draußen?“, fragte Blaukralle sie und beendete das putzen.
Blutjunges scharrte mit den krallen am boden. „Ich konnte nicht schlafen und wollte wissen, was hier draußen so abgeht!“
Blaukralle sah sie an. „das weißt du ja jetzt. Du solltest aber besser wieder schlafen gehen, die Nacht ist fast um.“
Die kleine nickte und drehte sich wieder zum Gehen um. Kurz bevor sie in die Kinderstube eintauchte, drehte sie sich nochmal um und lief zu ihm zurück. „Danke!“
Blaukralle verstand nicht ganz, aber da war sie auch schon wieder in der Kinderstube verschwunden, so dass er sie nicht fragen konnte. Er setzte sich also wieder hin und wartete darauf, dass Windhauch und Wurzelmaus bald auftauchen würden. Wieso brauchten sie wohl so lange?

KAPITEL13
Drei Monde waren seit der Geburt der jungen vergangen und seitdem hatte es keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Alle drei jungen wurden immer stärker und Blaukralle versuchte sie jeden Tag zu besuchen, aber wegen seiner neuen Aufgaben war das nicht so leicht. Heute hatte er es aber wieder geschafft zu kommen und setzte sich neben Erdbeerkralle.
„wie geht es den drein denn?“, fragte er sie.
„Gut!“, antwortete Erdbeerblume und schnurrte. „allen geht es gut, nur wegen Narbenjunges mach ich mir ein wenig sorgen!“
Blaukralle sah zur anderen Seite der Lichtung, wo Narbenjunges alleine im Schatten eines Baumes saß. „Wieso denn?“
„weder schnurrt er, noch macht er andere Anstalten. Er zeigt auch keine Anzeichen von Zuneigung oder ähnlichem.“, sagte sie mit bedrückter stimme. „er hat auch bis jetzt noch kein Wort gesagt oder mit den anderen beiden gespielt.“
Blaukralle nickte. „ist mir auch schon aufgefallen, aber es ist wahrscheinlich nur eine Phase. Bald wird er genauso mit Sturmjunges spielen wie seine Schwester.“
„wenn Blutjunges überhaupt seine Schwester ist! Sie sind die kompletten Gegenteile voneinander!“, gab Erdbeerblume zu bedenken.
Blaukralle nickte und dachte über diese Nacht nach, in der Narbenjunges und seine zwei verschwundenen Geschwister geboren, Streifenkralle getötet und Blutjunges gefunden wurde. „soll ich mal mit ihm reden?“
Erdbeerblume sah ihn an und nickte dann leicht: „Das wäre wohl mal gut!“
Blaukralle erhob sich und machte sich auf den Weg über die Lichtung zu dem Jungen rüber. Als er auf ihn zu kam, drehte Narbenjunges den Kopf weg und schaute in den Wald hinein. Blaukralle setzte sich neben ihn und sah in die gleiche Richtung, konnte aber nichts erkennen. „Wohin siehst du da?“, fragte er das junge.
Narbenjunges blickte ihn an, sagte aber nichts.
Blaukralle nickte. „Schon klar, du möchtest es mir nicht anvertrauen, das kann ich verstehen. Wieso spielst du den nicht mit den anderen beiden?“
Narbenjunges schaute ihn wieder nur an und Blaukralle blickte zurück. Die blutroten Augen, verschluckten ihn fast und sein Herz begann immer heftiger zu pochen, dann schaute er weg. Er konnte dieses Gefühl nicht ertragen, dieses Gefühl, das ihm jemand in den Gedanken rumfuschen könnte.
„Zu was würdest du den gerne mal ausgebildet werden?“, fragte er dann zum Auflockern der Stimmung. „Würdest du lieber Heiler oder Krieger werden?“
Und zum erneuten mal, bekam er keine Antwort des keinen.
Irgendwas stimmt hier nicht, dachte er sich, ich sollte mal mit flockenschweif reden.
„Soll ich dich jetzt in Ruhe lassen?“
Narbenjunges nickte und Blaukralle erhob sich. „ist ok, ich verstehe das du allein sein willst. Wir sehen uns dann später.“ Er nickte ihm zu und machte sich dann wieder auf den Weg zu Erdbeerblume. „wir sollten mal mit Flockenschweif reden!“, sagte er als er bei ihr ankam.
Erdbeerblume nickte und rief dann: „Sturmjunges, Blutjunges, kommt mal her und begrüßt Blaukralle!“
Blutjunges und Sturmjunges beendeten ihr spiel und kamen auf Blaukralle zu gerannt. „Hallo Blaukralle!“, riefen sie
„hallo ihr beiden.“, begrüßte er sie. „zu was würdet ihr den gerne mal ausgebildet werden?“
Sturmjunges prustete: „Natürlich als Krieger! Ich will den typen vom Eis und vom FelsClan in den hintern treten!“
Blaukralle nickte. „Das ist schon toll, nicht?“
Sturmjunges sprang um ihn herum. „Ich will auch mal zweiter Anführer werden und vielleicht kann ich ja auch dein Schüler werden? Oh darf ich, das wäre große klasse!“
„ja, dass wäre schon toll!“, antwortete Blaukralle. „aber ich kann nichts versprechen.“ Er drehte sich zu Blutjunges. „und du, was ist mit dir?“
Blutjunges sah ihn an. „ich würde gerne Heilerschülerin werden!“, sagte sie kleinlaut.
Sturmjunges begann laut zu lachen und rollte sich auf dem Boden rum.
Blaukralle sah Sturmjunges kurz wütend an, dann sagte er zu Blutjunges: „das ist schön, auch Heiler sind wichtig für den Clan. Und du!“, er drehte sich zu Sturmjunges. „nicht nur Krieger sind wichtig! Kein Krieger würde lange überleben, ohne dass wir Heiler hätten!“
Sturmjunges verstummte und blieb auf dem Rücken liegen. „tut mir leid!“, sagte er und richtete sich dann wieder auf.
Narbenjunges war, wie Blaukralle jetzt sah, am anderen Ende der Lichtung aufgestanden und kam jetzt auf sie zu.
Als er grade an ihnen vorbei gehen wollte, sprang Blutjunges auf und versperrte ihm hüpfend den weg. „und?“, fragte sie ihn. „was willst du mal werden?“
Narbenjunges antwortete wieder nicht und blickte an der Kätzin vorbei zu Blaukralle.
Dieser sah den kleinen wieder an und fragte sich, was ihm wohl im Kopf vorging. „ist doch egal!“, antwortete er dann für ihn. „er wird sich schon noch entscheiden!“
Blutjunges blickte zu Blaukralle und Narbenjunges nutzte den Moment. Er schlich leise an ihr vorbei und verschwand im Bau.
„ich sollte jetzt auch mal gehen.“, sagte er dann und stand auf. „meine Pflichten warten!“ er neigte leicht den Kopf vor Erdbeerblume und machte sich dann auf den Weg zur Kriegerlichtung.
Langsam dämmerte ihm die Andeutung von Flockenschweif: vielleicht war Blutkralle die zweite Katze, die diese Weisheit erfahren würde.


KAPIEL14
„ich mache mir Sorgen um Narbenjunges!“
Blaukralle nickte. Auf dem Rückweg zum Lager hatte sich ihm Borkenstern angeschlossen und ging nun neben ihm.
„wie soll er bloß jemals Schüler werden, wenn er mit niemandem redet?“, fragte Borkenstern ihn und verlangsamte seine Schritte.
Blaukralle passe seine Schritte an ihn an. Ich auch. Ich habe ihn gefragt, zu was er gerne ausgebildet werden möchte, aber ich habe keine Antwort von ihm bekommen. Das ist ziemlich merkwürdig. Die anderen beiden wissen es schon.“
Borkenstern sah ihn an und nickte dann. „es sind alle drei intelligente und starke jungen. Sie werden es im Clan weit bringen. Vielleicht wird einer von ihnen mal Anführer oder Anführerin?!“
„Wenn Anführer!“, sagte Blaukralle dann zu ihm. „Blutjunges würde gerne Heilerin werden, also muss das mit der nächsten Anführerin wohl noch warten.“
Borkenstern sah ihn verwundet an. „ich hätte gedacht, grade sie würde Kriegerin werden wollen.“
„das hätte ich auch gedacht!“, erwiderte Blaukralle dann und sah ihn an. Irgendwas stimmte mit seinem Anführer nicht. Er wusste, dass er sein letztes Leben lebte, wusste aber nicht wann es enden würde. „Worüber machst du dir Gedanken?“, fragte er ihn deshalb.
Borkenstern sah ihn, wie, als wäre er gerade aus seinen Gedanken gerissen wurde, an. „ich mache mir darüber Gedanken, was wohl passieren wird, wenn mein letztes leben vorbei ist? Schließlich lebt Graukralle noch und er wäre der rechtmäßige nächste Anführer. Was ist wenn der SternenClan dich dann nicht als nächsten Anführer annimmt?“
„Aber das hat doch noch Zeit!“, erwiderte Blaukralle dann darauf, da er nicht verstand, wieso Borkenstern das so mitnahm. „Du wirst ja nicht morgen schon sterben!“
Da nickte Borkenstern erneut. „ok, da hast du recht, aber lange wird es nicht mehr dauern. Der SternenClan ruft mich bereits, aber ich kann sie solange hinhalten, bis du bereit bist der nächste Anführer des WaldClan‘s zu werden.“
Blaukralle neigte den Kopf. „das ist weise von dir. Und ich hoffe das der Clan mich später als Anführer annehmen wird, aber es könnte schwer werden.“
„da hast du Recht! Nicht alle waren damit einverstanden, dass du der neue zweite Anführer geworden bist. Wir haben aber auch viele gute und starke Krieger, die es ebenfalls verdient hätten.“, gab Borkenstern zu bedenken.
„wieso hast du dann gerade mich ausgewählt?“, fragte Blaukralle verwundert. „die meisten anderen Krieger sind viel erfahrener als ich.“
Borkenstern nickte. „das ist schon richtig, aber wir dachten, das du, nach unserem Tod, den Clan am besten weiter führen kannst, besser als jeder andere Krieger. Die meisten wären nur auf kämpfe und Territoriums kriege aus oder wären nicht Durchsetzung fähig. Du aber, bist weder auf kämpfe aus, noch kannst du dich nicht durch setzten, deshalb haben wir dich gewählt!“ damit verschwand er in dem Büschen neben ihm.
Blaukralle dachte nach. Das alles klang sehr plausibel, aber andere Krieger wären genauso qualifiziert gewesen wie er.
„Blaukralle?“
Er drehte sich erschreckt um. Hinter ihm stand Blutjunges und ein Stück hinter ihr befand sich Narbenjunges. „Was ist denn?“, fragte er. „ihr solltet nicht hier so alleine rumlaufen, dass ist zu gefährlich!“
„Das wissen wir!“, antwortete eine tiefe, ihm unbekannte, stimme, dann erkannte er, dass Narbenjunges mit ihm gesprochen hatte.
Blaukralle starrte ihn an, fasste sich dann aber schnell wieder und fragte erneut: „Was möchtet ihr den von mir?“
Nun antwortete Blutjunges. „Narbenjunges wollte dir die Antwort auf deine Frage geben, die du uns auch gestellt hast!“
Blaukralle nickte. „die kann er mir gerne geben, aber wir sollten uns dabei schon mal auf den Weg zurück machen, sonst macht sich eure Mutter noch sorgen!“
Die beiden jungen nickten und alle drei setzten sich in Bewegung.
„Was ist den deine Antwort?“, fragte Blaukralle nachdem sie einige Meter gegangen waren.
Narbenjunges räusperte sich kurz und antwortete dann: „ich würde gerne Krieger werden, den Blutjunges möchte ja Heilerin werden, also kann ich das dann nicht mehr werden. Sind wir jetzt fertig mit unserem Gespräch?“
Blaukralle nickte und Narbenjunges nickte zurück, dann fing er an zu traben und ließ die beiden schnell hinter sich.
Blaukralle sah im nach und drehte sich dann wieder zu Blutjunges. Die kleine hüpfte mit hoch erhobenem Kopf neben ihm her und sah nach vorne. Sie wird eine gute Heilerin, dachte er so bei sich und schaute dann wieder nach vorne. „ab hier kommst du doch alleine klar, oder?“, fragte er sie, als sie fast da waren.
Blutjunges nickte und lief dann los, bis sie in den Schatten der Büsche verschwand.
Blaukralle nickte, das war ein schöner Tag, ein Tag, den er erst mal nicht vergessen würde.

KAPITEL15
Langsam fiel der Schnee vom Himmel und färbte den boden weiß. Blaukralle war gerade mit, dem neu ernannten Krieger, Regenschauer, Heuschreckensprung und Windhauch auf Patrouille. Langsam wurde das Fell von allen nass und ihren Pfoten begannen zu frieren.
Fast waren sie mit der Patrouille fertig und machten sich deshalb Richtung Lager auf den wag, da nahm Blaukralle etwas wahr, einen Geruch, aber auch nur einen Hauch.
„EisClan!“, zischte er den anderen zu und duckte sich.
Die anderen taten es ihm nach.
Aber da war noch ein anderer Geruch, ein weiterer bekannter. „und FelsClan?!“ was hatten die beiden Clans hier zusammen zu suchen? Wollten sie den WaldClan überfallen?
Hinter ihm knackte ein zweig und er drehte sich um.
„Regenschauer! Pass auf wo du hin trittst!“
„Entschuldige!“, antwortete dieser.
Blaukralle nickte und setzte sich dann in Bewegung. Der Geruch wurde immer stärker, je näher sie an die Tunneleingänge und damit an die Grenzen kamen.
Da sah er die Krieger, die an der Grenze zum WaldClan Territorium saßen und sich unterhielten. Es waren nicht viele, also gab Blaukralle mit der Schwanzspitze nur das Zeichen stehen zu bleiben und trat aus dem Gebüsch, hinter dem sie gewesen waren, heraus.
Sofort starrten ihn die Krieger der andern Clans an und verstummten.
Blaukralle trat näher an die Grenze und fragte dann: „Was wollt ihr an unserer Grenze?“
Erst mal passierte Garnichts, dann trat Blattachsel, die zweite Anführerin des FelsClan‘s vor. Ihr schwarzes Fell mit den großen, blattförmigen flecken darauf, schimmerte in der Sonne. „wir würden gerne mit Borkenstern sprechen! Es ist wichtig!“
Blaukralle winkte seine Patrouille mit einer Schwanzgeste zu sich und antwortete dann: „ok, folgt mir, wir werden euch zum Lager bringen!“
„Danke!“, Blattrascheln neigte den Kopf vor Blaukralle und winkte den Rest der Patrouille mit dem Schwanz zu sich.
Blaukralle drehte sich zu seiner Patrouille um und sagte leise zu ihnen, in der Hoffnung die anderen würden es nicht mitbekommen: „Regenschauer, du gehst hinter ihnen, wir können keinen überfall ausschließen, auch wenn sie nur so wenige sind. Heuschreckensprung und Windhauch, ich postiert euch jeweils rechts und links.“ Alle drei nickten und er setzte sich an der Spitze der Patrouille in Bewegung.
„Was wollt ihr denn von Borkenstern?“, hörte er Regenschauer, einem Krieger aus dem FelsClan, Fragen stellen. Dieser gab jedoch keine Antwort.
Das hatte sich Blaukralle schon gedacht, sie würden darüber nur mit Borkenstern reden, mit niemand anderem.
Der Wald wurde immer weißer und kalte Luftzüge durchdrangen den Wald.
„Wir sind fast da!“, rief er dann.
„Na endlich!“, murmelte eine Stimme hinter ihm. „wurde auch langsam mal Zeit!“
Auch die anderen stimmen der Patrouille, der anderen beiden Clans, erhoben sich.
„Seid doch mal leise, ihr weg unseren ganzen Clan noch auf!“, zischte eine Stimme von hinten und Blaukralle erkannte darin die von Regenschauer.
Dann betraten sie auch schon die Lichtung, auf der aber, wie immer um diese Zeit, nicht viel los war, nur einige ältere Krieger saßen dort und unterhielten sich, verstummten aber als sie die Patrouille erblickten.
„Regenschauer!“, wendete er sich an den jungen Krieger und drehte sich um. „gehst du bitte zu Borkenstern und sagst ihm Bescheid, dass wir besuch haben?“
Regenschauer nickte und flitzte, so schnell es durch den Schnee ging, zu Borkensterns bau. Wenig später kam er mit diesem wieder angetrabt.
Der Anführer neigte den Kopf und fragte dann höflich: „Was ist euer anliegen?“
Blattrascheln neigte ebenfalls den Kopf und antwortete dann auf seine Frage. „das würden wir gerne mit dir klären, ohne, dass der ganze Clan zuhört.“
Borkenstern neigte den Kopf. „sicher, kommt mit!“ er trabte los zu seinem Bau, drehte sich dann aber nochmal um und rief „Blaukralle, du auch“ über die Schulter.
Blaukralle befolgte die Anweisung und folgte den vier Kriegern der anderen beiden Clans in Borkensterns Bau.

KAPIEL16
In dem Bau war es stickig und dunkel und mit so vielen Katzen da drin, war es auch ziemlich eng.
Blaukralle hatte Mühe einen Platz neben Borkenstern zu bekommen, da die anderen Krieger vor ihm in den Bau gegangen waren.
„Was ist euer anliegen?“, fragte Borkenstern um die Unterhaltung zu beginnen.
Blattrascheln räusperte sich und begann dann zu sprechen: „Wir, also der Fels und der EisClan, haben in den Höhlen, die an unsere Grenzen Katzen gesehen. Da es weder welche aus dem Eis noch aus dem FelsClan waren, können es nur Krieger von euch sein.“
Alles blieb still, kein mucks war zu hören. Blaukralle ging viel durch den Kopf. Wer konnte das wohl gewesen sein? Vielleicht die Banditen? Oder Schlangenseele, der verbannte Krieger, mit seinen Anhängern?
„Also aus unserem Clan war es, soweit ich weiß, niemand. Oder hast du irgendwas gehört Blaukralle?“, riss Borkenstern ihn aus seinen Gedanken.
Blaukralle sah ihn an und schüttelte dann den Kopf. „ich habe keine Krieger als Patrouille oder ähnliches dahin geschickt. Es muss jemand anders gewesen sein.“
Die hellblauen Augen von Borkenstern blinzelten ihn weise an.
„Aber das ist merkwürdig, wer sollte es den sonst gewesen sein?“, meldete sich die Stimme der EisClan Kriegerin Wasserwirbel.
„Vielleicht ja die Banditen?“, fragte Sandherz, eine junge FelsClan Kriegerin, vorsichtig. „schließlich sind ja auch viele unserer jungen vor sechs Monden verschwunden. Die haben die bestimmt auch gestohlen!“
Blaukralle schüttelte den Kopf. „Sie waren das nicht!“, antwortete er dann. „Wir haben mal ein paar von ihnen getroffen, wie sie durch unser Territorium gestreift sind und sie haben uns versichert, dass es niemand von ihnen war!“
„Denen kann man doch kein Schnurrhaar lang trauen!“, zischte die Stimme von Flammeneis aus dem EisClan.
Borkenstern erhob sich neben Blaukralle und drehte sich um.
Was hat er vor?, fragte sich Blaukralle und sah zu ihm hinüber, was hatte er vor?
„Wir können ihnen zwar nicht vertrauen, aber sie vertrauen uns auch nicht, vielleicht wurden ihnen ja auch junge geklaut!“, sagte er dann.
Eine Bewegung am Eingang zog Blaukralle’s Aufmerksamkeit auf sich. Ein Kater mit zotteligem, verfilztem Fell trat ein und setzte sich zu ihnen.
„Seid alle gegrüßt!“, sagte seine tiefe Stimme dann.
Alle neigten den Kopf. „sei gegrüßt, Erdpelz!“, sagte dann Borkenstern. „was ist dein anliegen?“
„Ich habe zufällig eure Unterhaltung mitbekommen und dachte, ihr könntet meinen Rat gebrauchen!“
„das wäre nett!“
„Die Banditen vertrauen uns genauso wenig wie wir ihnen und sie werden uns auch nicht alles erzählen, aber als ich und die anderen Ältesten am Fluss, zur Grenze zum Banditen Territorium, trinken gegangen sind, haben wir mitbekommen, dass ihnen auch Junge gestohlen wurden. Also wieso sollten sie unsere Stehlen, das wäre doch unlogisch.“, erzählte Erdpelz.
Alle Krieger nickten. „Wenn das war ist, haben sie wirklich keinen Grund dazu!“, Sagte Blattrascheln dann.
„also wir wissen jetzt immer noch nicht, wer an eurer grenze lang geschlichen ist, aber wir sollten es vielleicht auch jetzt erst mal gut sein lassen. Wir sollten erst eingreifen, wenn weiterhin Katzen an euren grenzen rumschleichen!“, sagte Borkenstern.
„ok, also ist unsere Versammlung jetzt beendet?“, fragte Flammeneis.
Alle nickten einstimmig und verließen zusammen den Bau.

KAPITEL17
Blaukralle tappte zur Kinderstubenlichtung. Heute würde die Schülerernennung der drei jungen und er wollte Erdbeerblume und die drei vorher noch besuchen. Es hatte keine weiteren Vorkommnisse gegeben, seit die Krieger den anderen Clans da waren.
Langsam kam die Außenbarriere der Lichtung in Sicht, dann durchbrach er sie und stand vor den vieren.
„Blaukralle!“, rief die schrille Stimme von Blutjunges und die Kätzin kam auf ihn zu gelaufen.
Blaukralle beugte sich zu ihr runter und begrüßte sie mit einem schnurren, dann wandte er sich an Erdbeerblume, die gerade Sturmjunges am Putzen war. „wie geht’s den dreien? Sind sie bereit um Schüler zu werden?“
Erdbeerblume unterbrach ihr putzen und nickte, dann machte sie weiter.
Sturmjunges saß vor ihr und schnurrte.
Narbenjunges saß daneben und putze sich selbst.
Blaukralle richtete sich wieder auf und ging auf ihn zu. „soll ich dir helfen?“, fragte er.
Narbenjunges unterbrach sich und schüttelte den Kopf.
Blutjunges war ihm gefolgt und stand neben ihm. „was hast du denn?“, fragte sie ihren Bruder.
Der sah sie nur an und putze sich dann weiter.
„Wir sollten los!“, meldete sich Erdbeerblume zu Wort.
Blaukralle drehte sich um und nickte, dann wandte er sich an die jungen: „Kommt, ihr wollt doch eure eigene Zeremonie nicht verpassen!“
Sturmjunges und Blutjunges quietschten und setzten sich in Bewegung.
Blaukralle ging, neben Erdbeerblume, hinter ihnen her und nur das leise knacken von ästen, ließ ihn vermuten, dass ihnen Narbenjunges folgte.
Vorne plapperten die jungen miteinander, Blaukralle konnte aber nicht verstehen, worüber.
Langsam aber sicher näherten sie sich der Krieger Lichtung und man hörte schon leise die Stimmen der Krieger, die sich wahrscheinlich schon versammelten.
Immer schneller kam die Büsche, die sich um die Lichtung zogen näher und die stimmen wurden lauter. Sie sagten so was wie:
„wer wird wohl der Mentor von den dreien?“
„vielleicht möchte einer von ihnen ja Heiler werden?!“
„wie soll den Narbenjunges je ein großer Krieger werden? Wenn die anderen Krieger ihn als Schüler so sehen, dann werden sie ihn doch bestimmt auslachen!“
Dann traten sie durch die Sträucher und auf die Lichtung.
Alle Krieger waren versammelt, genauso wie die Schüler und Flockenschweif.
Sturmjunges war zuerst durch die Büsche gelaufen und schaute nun mit großen Augen in die Runde der Krieger.
In dem Moment trat Borkenstern aus seinem Bau und sah sich in der runde um, bis er die drei jungen entdeckte und mit einem schwanznippen zu sich rief.
Die drei setzten sich in Bewegung, wobei, wie Blaukralle das sah, Narbenjunges hinter den beiden her tappte. Bei Borkenstern angekommen, setzten sie sich vor ihn und sahen ihn an.
Borkenstern wandte sich zu Sturmjunges und sah ihn an, dann sagte er mit lauter Stimme: „Sturmjunges, von diesem Tag an bis zu deiner Ernennung zum Krieger wirst du Sturmpfote heißen. Ich rufe meine Kriegerahnen an, Sturmpfote zu beschützen und zu leiten, bis er in seinen die Kraft und den Mut eines Kriegers spürt (Warrior Cats – Die Macht der Drei – Der Geheime Blick – S. 98)! Wurzelmaus, du bist eine gute Kriegerin, du wirst Sturmpfote‘s Ausbildung übernehmen!“
Sturmpfote und sein Mentor berührten sich Nase an Nase, dann traten sie aus dem Kreis.
Borkenstern wandte sich an Blutjunges: „Blutjunges, von diesem Tag an bis du deinen neuen Namen erhältst, wirst du Blutpfote heißen. Flockenschweif, du wiest ihre Mentorin sein. Lehre sie alles, was sie als Heilerin wissen muss!“
Blutpfote sprang glücklich zu ihrer Mentorin und begrüßte sie auch Nase an Nase, dann verließen die den Kreis.
Als letztes wandte er sich an Narbenjunges und sah ihn kurz an, dann sah er sich in den Reihen der Krieger um. „Narbenjunges, von diesem Tag an bis zu deiner Ernennung zum Krieger wirst du Narbenpfote heißen. Blaukralle, da Regenschauer jetzt kein Schüler mehr ist und ihr beide euch anscheinend gut versteht, wirst du seine Ausbildung übernehmen!“
Blaukralle tappte mit einem guten, aber etwas mulmigen Gefühl zu Narbenpfote und begrüßte ihn Nase an Nase, dann verließen auch sie den Kreis.
Blaukralle wollte noch zuhören was Borkenstern noch zu sagen hatte, aber Narbenpfote tappte weiter Richtung Schüler Lichtung, also folgte er ihm.
Hinter sich hörte er nur noch leise die Jubelrufe über die neuen Schüler von den Kriegern, aber dann verstummten auch diese im Wald.
Blaukralle kam wieder die Prophezeiung in den Kopf, nur wer sollte damit gemeint sein?

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